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★☆☆☆☆  Grad 1 · gering giftigMohngewächse · Papaveraceae

Atlas-Mohn

Papaver atlanticum (Ball) Coss.

Der Atlas-Mohn ist eine ausdauernde Steingartenpflanze mit orangefarbenen Blüten. Wie alle Mohnarten führt er einen Milchsaft mit Alkaloiden. Vergiftungen beim Menschen sind nicht bekannt.

Atlas-MohnAtlas-Mohn
Einzelne orange Blüte mit zerknitterten Kronblättern und gelbem Staubblattbüschel über einer Rosette weich behaarter, gekerbter Blätter. Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum.

Toxikologisches Profil

STOFFKLASSEIsochinolinalkaloide
HAUPTTOXINAlkaloide im Milchsaft, wenig untersucht
WIRKTYPReizstoff | allenfalls Magen-Darm-Reizung
Giftige Teilealle, besonders Milchsaft und unreife Kapseln
BlüteMai bis August
HerkunftMarokko; bei uns Gartenpflanze, gelegentlich verwildert

Botanisches Profil

Ausdauernde Staude, 20 bis 50 Zentimeter hoch, mit einer Grundrosette aus länglichen, weich behaarten, am Rand gekerbten Blättern. Die Blüten stehen einzeln auf langen, dünnen, behaarten Stielen, die Knospen nicken. Die vier Kronblätter sind orange bis lachsfarben und zart zerknittert, ohne dunklen Fleck am Grund. Daraus entstehen schmale, keulenförmige Kapseln.

MerkmalAtlas-MohnTürkischer Mohn
Blüteklein, ohne Flecksehr groß, oft mit schwarzem Fleck
Blättergekerbt, weich behaarttief fiederteilig, borstig
Höhe20–50 cm60–100 cm

Fotos: Benjamin Varbelow

Wozu die Pflanze das Gift hat

Der Atlas-Mohn stammt aus dem Atlasgebirge in Marokko und wächst dort in Felsspalten. In Gärten sät er sich gern selbst aus, oft in Pflasterfugen und Mauerritzen. Die Knospen nicken und richten sich erst zum Aufblühen auf.

Vom Molekül zum Symptom

Mohngewächse speichern ihre Abwehrstoffe in einem Milchsaft, der bei Verletzung austritt. Beim Atlas-Mohn sind die Alkaloide kaum untersucht; Morphin wie beim Schlaf-Mohn ist nicht beschrieben. Die Einstufung ist deshalb vorsichtig gewählt.

Klinisches Bild

  • Nach dem Verschlucken von Pflanzenteilen
    • meist keine Beschwerden
    • allenfalls Übelkeit, Bauchschmerzen

Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.

Quellen

  1. Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  2. Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.