Atlas-Mohn
Der Atlas-Mohn ist eine ausdauernde Steingartenpflanze mit orangefarbenen Blüten. Wie alle Mohnarten führt er einen Milchsaft mit Alkaloiden. Vergiftungen beim Menschen sind nicht bekannt.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Isochinolinalkaloide |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | Alkaloide im Milchsaft, wenig untersucht |
| WIRKTYP | Reizstoff | allenfalls Magen-Darm-Reizung |
| Giftige Teile | alle, besonders Milchsaft und unreife Kapseln |
|---|---|
| Blüte | Mai bis August |
| Herkunft | Marokko; bei uns Gartenpflanze, gelegentlich verwildert |
Botanisches Profil
Ausdauernde Staude, 20 bis 50 Zentimeter hoch, mit einer Grundrosette aus länglichen, weich behaarten, am Rand gekerbten Blättern. Die Blüten stehen einzeln auf langen, dünnen, behaarten Stielen, die Knospen nicken. Die vier Kronblätter sind orange bis lachsfarben und zart zerknittert, ohne dunklen Fleck am Grund. Daraus entstehen schmale, keulenförmige Kapseln.
| Merkmal | Atlas-Mohn | Türkischer Mohn |
|---|---|---|
| Blüte | klein, ohne Fleck | sehr groß, oft mit schwarzem Fleck |
| Blätter | gekerbt, weich behaart | tief fiederteilig, borstig |
| Höhe | 20–50 cm | 60–100 cm |

Fotos: Benjamin Varbelow
Wozu die Pflanze das Gift hat
Der Atlas-Mohn stammt aus dem Atlasgebirge in Marokko und wächst dort in Felsspalten. In Gärten sät er sich gern selbst aus, oft in Pflasterfugen und Mauerritzen. Die Knospen nicken und richten sich erst zum Aufblühen auf.
Vom Molekül zum Symptom
Mohngewächse speichern ihre Abwehrstoffe in einem Milchsaft, der bei Verletzung austritt. Beim Atlas-Mohn sind die Alkaloide kaum untersucht; Morphin wie beim Schlaf-Mohn ist nicht beschrieben. Die Einstufung ist deshalb vorsichtig gewählt.
Klinisches Bild
- Nach dem Verschlucken von Pflanzenteilen
- meist keine Beschwerden
- allenfalls Übelkeit, Bauchschmerzen
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
- Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.
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