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★☆☆☆☆  Grad 1 · gering giftigBerberitzengewächse · Berberidaceae

Berberitze

Berberis

Dornige Sträucher mit leuchtend roten, länglichen Beeren. Bei uns wachsen die Gewöhnliche Berberitze und viele Gartenformen, besonders die oft rotlaubige Thunbergs Berberitze. Giftig sind Wurzel, Rinde und Blätter – die reifen Beeren kaum.

BerberitzeBerberitze
Längliche, leuchtend rote Beeren an dornigen Zweigen zwischen rotvioletten Blättern einer Gartenform.

Toxikologisches Profil

STOFFKLASSEAlkaloide (Isochinolin-Typ)
HAUPTTOXINBerberin
WIRKTYPReizstoff | Magen-Darm-Reizung in größeren Mengen
Giftige TeileWurzel, Rinde und Blätter; die reifen Beeren gelten als kaum giftig
BlüteApril bis Juni
FruchtreifeAugust bis Oktober
StandortGärten, Hecken, Parks; die Gewöhnliche Berberitze auch an Waldrändern
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Anfragen beim Giftnotruf – so oft wurde das Giftinformationszentrum Erfurt von 2010 bis 2019 wegen die Gattung Berberitze angerufen. 82,2 % der Fälle verliefen ohne Beschwerden, mittelschwere oder schwere Verläufe gab es keine. Wie häufig sind Vergiftungen? →

Botanisches Profil

Sommergrüne, dornige Sträucher mit kleinen, ungeteilten Blättern, die in Büscheln über den Dornen stehen. Gelbe Blüten, danach längliche, leuchtend rote Beeren. Holz und Wurzel sind innen gelb gefärbt – ein Hinweis auf das Berberin.

MerkmalGewöhnliche BerberitzeThunbergs Berberitze
Blattrandfein stachelig gesägtganzrandig
Dornenmeist dreiteiligmeist einfach
Blütenin hängenden Traubeneinzeln oder zu wenigen
Laubgrünbei vielen Gartensorten rot

Wozu die Pflanze das Gift hat

Berberin hemmt Bakterien und Pilze und schützt so Wurzel und Rinde. Die reifen Beeren sind dagegen kaum giftig: Sie sollen gefressen werden, damit Vögel die Samen verbreiten. Die Gewöhnliche Berberitze ist außerdem Zwischenwirt des Getreide-Schwarzrosts und wurde deshalb vielerorts gerodet.

Vom Molekül zum Symptom

Berberin ist ein gelbes Alkaloid, das gegen Bakterien und Pilze wirkt und in größerer Menge den Magen-Darm-Trakt reizt.[1] Aus dem Darm wird es nur schlecht aufgenommen, deshalb bleiben ernsthafte Vergiftungen aus. Dasselbe Alkaloid steckt in der verwandten Gewöhnlichen Mahonie →

Klinisches Bild

  • Nach reifen Beeren
    • meist keine Beschwerden
  • Nach Rinde, Wurzel oder Blättern in größerer Menge
    • Übelkeit, Durchfall, Krämpfe

Vom Gift zum Medikament

Bis zum Molekül: Wurzel und Rinde wurden in der Volksmedizin gegen viele Beschwerden eingesetzt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät davon ab.[1]

Die Geschichte dahinter

Getrocknete Berberitzen heißen im Iran Zereshk und gehören dort in den Reis. Angebaut werden dafür samenlose Sorten. In Deutschland landen die sauren Beeren meist als Trockenfrüchte oder Marmelade auf dem Tisch.

Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.

Quellen

  1. Botanischer Garten der Technischen Universität Dresden: Pflanze der Woche – Die Berberitze. tu-dresden.de.
  2. Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.