Berberitze
Dornige Sträucher mit leuchtend roten, länglichen Beeren. Bei uns wachsen die Gewöhnliche Berberitze und viele Gartenformen, besonders die oft rotlaubige Thunbergs Berberitze. Giftig sind Wurzel, Rinde und Blätter – die reifen Beeren kaum.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Alkaloide (Isochinolin-Typ) |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | Berberin |
| WIRKTYP | Reizstoff | Magen-Darm-Reizung in größeren Mengen |
| Giftige Teile | Wurzel, Rinde und Blätter; die reifen Beeren gelten als kaum giftig |
|---|---|
| Blüte | April bis Juni |
| Fruchtreife | August bis Oktober |
| Standort | Gärten, Hecken, Parks; die Gewöhnliche Berberitze auch an Waldrändern |
Botanisches Profil
Sommergrüne, dornige Sträucher mit kleinen, ungeteilten Blättern, die in Büscheln über den Dornen stehen. Gelbe Blüten, danach längliche, leuchtend rote Beeren. Holz und Wurzel sind innen gelb gefärbt – ein Hinweis auf das Berberin.
| Merkmal | Gewöhnliche Berberitze | Thunbergs Berberitze |
|---|---|---|
| Blattrand | fein stachelig gesägt | ganzrandig |
| Dornen | meist dreiteilig | meist einfach |
| Blüten | in hängenden Trauben | einzeln oder zu wenigen |
| Laub | grün | bei vielen Gartensorten rot |
Wozu die Pflanze das Gift hat
Berberin hemmt Bakterien und Pilze und schützt so Wurzel und Rinde. Die reifen Beeren sind dagegen kaum giftig: Sie sollen gefressen werden, damit Vögel die Samen verbreiten. Die Gewöhnliche Berberitze ist außerdem Zwischenwirt des Getreide-Schwarzrosts und wurde deshalb vielerorts gerodet.
Vom Molekül zum Symptom
Berberin ist ein gelbes Alkaloid, das gegen Bakterien und Pilze wirkt und in größerer Menge den Magen-Darm-Trakt reizt.[1] Aus dem Darm wird es nur schlecht aufgenommen, deshalb bleiben ernsthafte Vergiftungen aus. Dasselbe Alkaloid steckt in der verwandten Gewöhnlichen Mahonie →
Klinisches Bild
- Nach reifen Beeren
- meist keine Beschwerden
- Nach Rinde, Wurzel oder Blättern in größerer Menge
- Übelkeit, Durchfall, Krämpfe
Vom Gift zum Medikament
Die Geschichte dahinter
Getrocknete Berberitzen heißen im Iran Zereshk und gehören dort in den Reis. Angebaut werden dafür samenlose Sorten. In Deutschland landen die sauren Beeren meist als Trockenfrüchte oder Marmelade auf dem Tisch.
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Botanischer Garten der Technischen Universität Dresden: Pflanze der Woche – Die Berberitze. tu-dresden.de.
- Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.
Weitere Einträge

Gewöhnliche Blasenkirsche
Die orangeroten Lampions kennt jeder. Giftig sind vor allem Blätter und unreife Beeren.

Gewöhnliche Mahonie
Blau bereifte Beeren unter stacheligen Blättern. Gelbes Holz voller Berberin.

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