Gewöhnliche Akelei
Die Akelei wächst in lichten Wäldern und vor allem in Gärten, wo sie sich gern selbst aussät. Sie gehört zu den Hahnenfußgewächsen, ist aber nur schwach giftig. Vergiftungen beim Menschen sind kaum beschrieben.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Cyanogene Glykoside, Alkaloide |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | cyanogene Verbindungen und Alkaloide in geringer Menge |
| WIRKTYP | Reizstoff | allenfalls Magen-Darm-Reizung |
| Giftige Teile | alle, besonders Samen und Wurzel |
|---|---|
| Blüte | Mai bis Juli |
| Fruchtreife | Juli bis September |
| Standort | lichte Laubwälder, Waldränder; in Gärten sehr häufig |
Botanisches Profil
Ausdauernde Staude, 30 bis 80 Zentimeter hoch. Die Grundblätter sind doppelt dreizählig mit rundlich gelappten Abschnitten, oberseits blaugrün. Die nickenden Blüten sind meist blauviolett, in Gärten auch rosa oder weiß. Jedes der fünf Kronblätter läuft in einen hohlen, am Ende hakig gekrümmten Sporn aus. Daraus entstehen fünf aufrechte Balgfrüchte.
Wozu die Pflanze das Gift hat
Der Nektar liegt tief in den Spornen. Nur Hummeln mit langem Rüssel erreichen ihn auf dem regulären Weg; kurzrüsselige Hummeln beißen die Sporne oft von außen auf und „stehlen“ den Nektar.
Vom Molekül zum Symptom
In der Literatur werden geringe Mengen cyanogener Verbindungen und Alkaloide genannt; ob die Akelei wie viele Verwandte auch Protoanemonin bildet, wird uneinheitlich beschrieben. Die Gehalte sind wenig untersucht. Ernste Vergiftungen sind nicht bekannt; die Einstufung ist deshalb vorsichtig gewählt.[1]
Klinisches Bild
- Nach dem Verschlucken von Pflanzenteilen
- meist keine Beschwerden
- allenfalls Übelkeit, Bauchschmerzen
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
- Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.
Weitere Einträge

Gewöhnliche Blasenkirsche
Die orangeroten Lampions kennt jeder. Giftig sind vor allem Blätter und unreife Beeren.

Gewöhnliche Mahonie
Blau bereifte Beeren unter stacheligen Blättern. Gelbes Holz voller Berberin.

Gewöhnliche Rosskastanie
Im Herbst sammeln Kinder ihre Früchte. Meist bleibt es bei Bauchweh, die Kastanie schmeckt bitter.