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★☆☆☆☆  Grad 1 · gering giftigHahnenfußgewächse · Ranunculaceae

Gewöhnliche Akelei

Aquilegia vulgaris L.

Die Akelei wächst in lichten Wäldern und vor allem in Gärten, wo sie sich gern selbst aussät. Sie gehört zu den Hahnenfußgewächsen, ist aber nur schwach giftig. Vergiftungen beim Menschen sind kaum beschrieben.

Gewöhnliche AkeleiGewöhnliche Akelei
Nickende, blauviolette Blüten mit hakig gekrümmten Spornen, daneben Knospen; am Grund doppelt dreizählige Blätter mit rundlich gelappten Abschnitten.

Toxikologisches Profil

STOFFKLASSECyanogene Glykoside, Alkaloide
HAUPTTOXINcyanogene Verbindungen und Alkaloide in geringer Menge
WIRKTYPReizstoff | allenfalls Magen-Darm-Reizung
Giftige Teilealle, besonders Samen und Wurzel
BlüteMai bis Juli
FruchtreifeJuli bis September
Standortlichte Laubwälder, Waldränder; in Gärten sehr häufig

Botanisches Profil

Ausdauernde Staude, 30 bis 80 Zentimeter hoch. Die Grundblätter sind doppelt dreizählig mit rundlich gelappten Abschnitten, oberseits blaugrün. Die nickenden Blüten sind meist blauviolett, in Gärten auch rosa oder weiß. Jedes der fünf Kronblätter läuft in einen hohlen, am Ende hakig gekrümmten Sporn aus. Daraus entstehen fünf aufrechte Balgfrüchte.

Wozu die Pflanze das Gift hat

Der Nektar liegt tief in den Spornen. Nur Hummeln mit langem Rüssel erreichen ihn auf dem regulären Weg; kurzrüsselige Hummeln beißen die Sporne oft von außen auf und „stehlen“ den Nektar.

Vom Molekül zum Symptom

In der Literatur werden geringe Mengen cyanogener Verbindungen und Alkaloide genannt; ob die Akelei wie viele Verwandte auch Protoanemonin bildet, wird uneinheitlich beschrieben. Die Gehalte sind wenig untersucht. Ernste Vergiftungen sind nicht bekannt; die Einstufung ist deshalb vorsichtig gewählt.[1]

Klinisches Bild

  • Nach dem Verschlucken von Pflanzenteilen
    • meist keine Beschwerden
    • allenfalls Übelkeit, Bauchschmerzen

Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.

Quellen

  1. Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  2. Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.