Wiesen-Bärenklau
Der heimische Verwandte des Riesen-Bärenklaus wächst auf fast jeder Wiese. Sein Saft enthält dieselbe Giftgruppe, die Furanocumarine, aber in geringerer Menge. Zusammen mit Sonnenlicht können sie die Haut reizen.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Furanocumarine |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | Bergapten, Xanthotoxin, Imperatorin |
| WIRKTYP | Hautgift | phototoxisch, nur zusammen mit Sonnenlicht |
| Giftige Teile | Pflanzensaft aus Stängeln und Blättern |
|---|---|
| Blüte | Juni bis September |
| Fruchtreife | August bis Oktober |
| Standort | Fettwiesen, Weg- und Waldränder; sehr häufig |
Botanisches Profil
Zwei- bis mehrjährige Staude, 50 bis 150 Zentimeter hoch. Der Stängel ist hohl, kantig gerillt und rau behaart. Die Blätter sind einfach gefiedert mit grob gelappten, gesägten Abschnitten. Die weißen, manchmal rosa überlaufenen Blüten stehen in Doppeldolden bis etwa 20 Zentimeter Durchmesser; die äußeren Kronblätter am Rand sind deutlich vergrößert.
| Merkmal | Wiesen-Bärenklau | Riesen-Bärenklau |
|---|---|---|
| Höhe | 0,5–1,5 m | 2–4 m |
| Dolde | bis etwa 20 cm | bis 50 cm |
| Stängel | grün, gerillt, rau behaart | rot gefleckt, bis armdick |
| Herkunft | heimisch | Kaukasus, invasiv |



Fotos: Benjamin Varbelow
Wozu die Pflanze das Gift hat
Die großen Dolden sind ein Treffpunkt für Insekten: Käfer, Schwebfliegen und Wildbienen finden dort offen zugänglichen Nektar. Die Furanocumarine schützen die Pflanze vor Fraß durch Insekten und vor Pilzbefall.
Vom Molekül zum Symptom
Die Furanocumarine lagern sich zwischen die Basen der DNA ein. Trifft UV-A-Licht auf die Haut, verbinden sie sich fest mit der DNA und schädigen die Hautzellen. Ohne Sonne passiert wenig. Der Wiesen-Bärenklau enthält deutlich weniger davon als der Riesen-Bärenklau; Beschwerden entstehen vor allem bei Gartenarbeit oder Mähen an sonnigen Tagen. Mehr zu Furanocumarinen →
Klinisches Bild
- Nach Hautkontakt und Sonne
- Rötung, Brennen, Juckreiz
- selten Blasen
- Nach dem Abheilen
- bräunliche Verfärbung der Haut, oft über Wochen
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
- Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.
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