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★★☆☆☆  Grad 2 · mäßig giftigHahnenfußgewächse · Ranunculaceae

Sumpf-Dotterblume

Caltha palustris L.

Die Sumpf-Dotterblume blüht im Frühjahr leuchtend gelb an Bächen, Gräben und auf nassen Wiesen. Wie das Scharbockskraut bildet sie Protoanemonin. Frischer Saft reizt Haut und Schleimhäute; für Weidetiere ist sie unbekömmlich.

Sumpf-DotterblumeSumpf-Dotterblume
Goldgelbe Blüten mit fünf glänzenden Blütenhüllblättern und vielen Staubblättern, dazwischen kugelige Knospen und gekerbte, rundliche Blätter. Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum.

Toxikologisches Profil

STOFFKLASSERanunculosid-Lactone
HAUPTTOXINProtoanemonin (entsteht aus Ranunculin)
WIRKTYPReizstoff | reizt Haut und Schleimhäute
Giftige Teilealle frischen Teile
BlüteMärz bis Juni
StandortBachufer, Gräben, Sumpf- und Nasswiesen, Erlenbrüche

Botanisches Profil

Ausdauernde Staude, 15 bis 50 Zentimeter hoch, mit hohlen, oft niederliegenden Stängeln. Die Blätter sind rundlich bis nierenförmig, am Rand gekerbt und glänzend. Die Blüten haben fünf goldgelbe, glänzende Blütenhüllblätter – einen grünen Kelch gibt es nicht – und viele Staubblätter. Daraus entstehen sternförmig angeordnete Balgfrüchte.

MerkmalSumpf-DotterblumeScharbockskraut
Blütenblätter5, breit8–12, schmal
Blättergroß, gekerbtklein, herzförmig, glatt
StandortnassLaubwald, Rasen

Fotos: Benjamin Varbelow

Wozu die Pflanze das Gift hat

Die Sumpf-Dotterblume ist eine der ersten Nektarquellen im Frühjahr. Sie braucht nasse, nährstoffreiche Böden und geht zurück, wo Wiesen entwässert werden.

Vom Molekül zum Symptom

Der Mechanismus ist derselbe wie bei allen Protoanemonin-Pflanzen: Erst wenn das Gewebe verletzt wird, spaltet ein Enzym das gespeicherte Ranunculin, und das reaktive Protoanemonin entsteht. Es reizt die Schmerzrezeptoren und schädigt Zellen der Schleimhaut. Im Heu ist es zu Anemonin umgewandelt und weitgehend unwirksam. Mehr zu Protoanemonin →

Klinisches Bild

  • Nach Kontakt mit frischem Saft
    • Rötung, Brennen, selten Blasen
  • Nach dem Essen frischer Pflanzenteile
    • Brennen in Mund und Rachen
    • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Die Geschichte dahinter

Die Blütenknospen wurden früher in Essig eingelegt und als „falsche Kapern“ gegessen. Das ist keine gute Idee: Frisch enthalten sie Protoanemonin.

Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.

Quellen

  1. Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  2. Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.