Sumpf-Dotterblume
Die Sumpf-Dotterblume blüht im Frühjahr leuchtend gelb an Bächen, Gräben und auf nassen Wiesen. Wie das Scharbockskraut bildet sie Protoanemonin. Frischer Saft reizt Haut und Schleimhäute; für Weidetiere ist sie unbekömmlich.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Ranunculosid-Lactone |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | Protoanemonin (entsteht aus Ranunculin) |
| WIRKTYP | Reizstoff | reizt Haut und Schleimhäute |
| Giftige Teile | alle frischen Teile |
|---|---|
| Blüte | März bis Juni |
| Standort | Bachufer, Gräben, Sumpf- und Nasswiesen, Erlenbrüche |
Botanisches Profil
Ausdauernde Staude, 15 bis 50 Zentimeter hoch, mit hohlen, oft niederliegenden Stängeln. Die Blätter sind rundlich bis nierenförmig, am Rand gekerbt und glänzend. Die Blüten haben fünf goldgelbe, glänzende Blütenhüllblätter – einen grünen Kelch gibt es nicht – und viele Staubblätter. Daraus entstehen sternförmig angeordnete Balgfrüchte.
| Merkmal | Sumpf-Dotterblume | Scharbockskraut |
|---|---|---|
| Blütenblätter | 5, breit | 8–12, schmal |
| Blätter | groß, gekerbt | klein, herzförmig, glatt |
| Standort | nass | Laubwald, Rasen |

Fotos: Benjamin Varbelow
Wozu die Pflanze das Gift hat
Die Sumpf-Dotterblume ist eine der ersten Nektarquellen im Frühjahr. Sie braucht nasse, nährstoffreiche Böden und geht zurück, wo Wiesen entwässert werden.
Vom Molekül zum Symptom
Der Mechanismus ist derselbe wie bei allen Protoanemonin-Pflanzen: Erst wenn das Gewebe verletzt wird, spaltet ein Enzym das gespeicherte Ranunculin, und das reaktive Protoanemonin entsteht. Es reizt die Schmerzrezeptoren und schädigt Zellen der Schleimhaut. Im Heu ist es zu Anemonin umgewandelt und weitgehend unwirksam. Mehr zu Protoanemonin →
Klinisches Bild
- Nach Kontakt mit frischem Saft
- Rötung, Brennen, selten Blasen
- Nach dem Essen frischer Pflanzenteile
- Brennen in Mund und Rachen
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Die Geschichte dahinter
Die Blütenknospen wurden früher in Essig eingelegt und als „falsche Kapern“ gegessen. Das ist keine gute Idee: Frisch enthalten sie Protoanemonin.
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
- Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.
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