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★★☆☆☆  Grad 2 · mäßig giftigHülsenfrüchtler · Fabaceae

Gewöhnliche Robinie

Robinia pseudoacacia L.

Die Robinie stammt aus Nordamerika und wächst bei uns an Straßen, Bahndämmen und in Parks. Rinde, Samen und Blätter enthalten giftige Eiweiße. Beschwerden entstehen vor allem, wenn Kinder Rinde kauen oder Samen essen; für Pferde ist sie besonders gefährlich.

Gewöhnliche RobinieGewöhnliche Robinie
Unpaarig gefiederte Blätter mit rundlich-ovalen Blättchen, darunter hängende, braune, flache Hülsen vom Vorjahr. Lennershof, Bochum.

Toxikologisches Profil

STOFFKLASSELektine
HAUPTTOXINRobin und weitere Lektine
WIRKTYPReizstoff | Magen-Darm-Reizung
Giftige TeileRinde, Samen, Blätter; die Blüten gelten als ungiftig
BlüteMai bis Juni
FruchtreifeSeptember bis Oktober, Hülsen hängen bis ins Frühjahr
HerkunftNordamerika; bei uns eingebürgert, auf Magerrasen invasiv

Botanisches Profil

Baum bis 25 Meter mit tief gefurchter Borke. An den Zweigen stehen paarweise kräftige, rotbraune Dornen, umgewandelte Nebenblätter. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit 7 bis 19 ganzrandigen, ovalen Blättchen. Im Frühsommer hängen duftende, weiße Blütentrauben. Daraus entstehen flache, braune Hülsen mit nierenförmigen Samen, die oft bis zum nächsten Frühjahr am Baum bleiben.

MerkmalRobinieGewöhnlicher Goldregen
Blättergefiedert, 7–19 Blättchendreizählig
Blütenweißgelb
Dornenja, paarweisenein

Fotos: Benjamin Varbelow

Wozu die Pflanze das Gift hat

Die Robinie stammt aus Nordamerika. Wie alle Schmetterlingsblütler bindet sie mit Knöllchenbakterien Stickstoff und düngt damit den Boden. Auf Magerrasen verdrängt sie deshalb seltene Arten, die auf nährstoffarme Böden angewiesen sind. Ihre Blüten sind eine wichtige Bienenweide – der „Akazienhonig“ stammt von der Robinie.

Vom Molekül zum Symptom

Die Lektine der Robinie binden an Zuckerstrukturen auf Zelloberflächen, verkleben Zellen miteinander und reizen die Darmschleimhaut. Sie sind mit dem Ricin entfernt verwandt, aber weit weniger giftig, weil ihnen die enzymatische Kette fehlt, die Ribosomen zerstört. Mehr zu Lektinen →

Klinisches Bild

  • Nach dem Kauen von Rinde oder dem Essen von Samen
    • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
    • Durchfall, Benommenheit

Die Geschichte dahinter

Der Name ehrt Jean Robin, den Hofgärtner des französischen Königs, der die Bäume um 1600 nach Europa brachte. Ein Exemplar, das 1601 in Paris gepflanzt wurde, steht bis heute im Square René-Viviani und gilt als ältester Baum der Stadt.

Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.

Quellen

  1. Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  2. Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.