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★★☆☆☆  Grad 2 · mäßig giftigWolfsmilchgewächse · Euphorbiaceae

Mandelblättrige Wolfsmilch

Euphorbia amygdaloides L.

Die Mandelblättrige Wolfsmilch wächst in schattigen Laubwäldern und wird als wintergrüne Gartenstaude gepflanzt. Ihr Milchsaft enthält dieselben reizenden Diterpenester wie andere Wolfsmilch-Arten.

Mandelblättrige WolfsmilchMandelblättrige Wolfsmilch
Blühender Trieb mit gelbgrünen, rundlichen, paarweise verwachsenen Hochblättern über länglichen, weich behaarten Blättern. Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum.

Toxikologisches Profil

STOFFKLASSEDiterpenester
HAUPTTOXINDiterpenester
WIRKTYPReizstoff | aktiviert die Proteinkinase C
Giftige Teilealle, besonders der Milchsaft
BlüteApril bis Juni
StandortBuchen- und Eichenwälder, schattige Gärten

Botanisches Profil

Ausdauernde, halbstrauchige Staude, 30 bis 80 Zentimeter hoch, mit oft rötlich überlaufenen, weich behaarten Stängeln. Die Blätter sind länglich, wintergrün und stehen am Grund rosettenartig gehäuft. Die Blütenstände tragen gelbgrüne, rundliche Hochblätter, die paarweise zu einer Scheibe verwachsen sind.

MerkmalMandelblättrige WolfsmilchZypressen-Wolfsmilch
Blätterlänglich, 3–8 cm, weich behaartnadelartig schmal
Hochblätterpaarweise verwachsen, rundlichfrei, rautenförmig
Standortschattiger Waldsonnig, trocken

Fotos: Benjamin Varbelow

Wozu die Pflanze das Gift hat

Vom Molekül zum Symptom

Wie bei allen Wolfsmilch-Arten liegen die Diterpenester im Milchsaft. Sie aktivieren die Proteinkinase C und lösen eine Entzündung an Haut und Schleimhaut aus. Beim Teilen oder Zurückschneiden der Stauden Handschuhe tragen und danach die Hände waschen. Mehr zu Diterpenestern →

Klinisches Bild

  • Nach Kontakt mit dem Milchsaft
    • Rötung, Brennen, Blasen
  • Milchsaft im Auge
    • starke Schmerzen, Entzündung

Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.

Quellen

  1. Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  2. Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.