Mandelblättrige Wolfsmilch
Die Mandelblättrige Wolfsmilch wächst in schattigen Laubwäldern und wird als wintergrüne Gartenstaude gepflanzt. Ihr Milchsaft enthält dieselben reizenden Diterpenester wie andere Wolfsmilch-Arten.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Diterpenester |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | Diterpenester |
| WIRKTYP | Reizstoff | aktiviert die Proteinkinase C |
| Giftige Teile | alle, besonders der Milchsaft |
|---|---|
| Blüte | April bis Juni |
| Standort | Buchen- und Eichenwälder, schattige Gärten |
Botanisches Profil
Ausdauernde, halbstrauchige Staude, 30 bis 80 Zentimeter hoch, mit oft rötlich überlaufenen, weich behaarten Stängeln. Die Blätter sind länglich, wintergrün und stehen am Grund rosettenartig gehäuft. Die Blütenstände tragen gelbgrüne, rundliche Hochblätter, die paarweise zu einer Scheibe verwachsen sind.
| Merkmal | Mandelblättrige Wolfsmilch | Zypressen-Wolfsmilch |
|---|---|---|
| Blätter | länglich, 3–8 cm, weich behaart | nadelartig schmal |
| Hochblätter | paarweise verwachsen, rundlich | frei, rautenförmig |
| Standort | schattiger Wald | sonnig, trocken |

Fotos: Benjamin Varbelow
Wozu die Pflanze das Gift hat
Vom Molekül zum Symptom
Wie bei allen Wolfsmilch-Arten liegen die Diterpenester im Milchsaft. Sie aktivieren die Proteinkinase C und lösen eine Entzündung an Haut und Schleimhaut aus. Beim Teilen oder Zurückschneiden der Stauden Handschuhe tragen und danach die Hände waschen. Mehr zu Diterpenestern →
Klinisches Bild
- Nach Kontakt mit dem Milchsaft
- Rötung, Brennen, Blasen
- Milchsaft im Auge
- starke Schmerzen, Entzündung
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
- Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.
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