Lorbeer-Seidelbast
Der Lorbeer-Seidelbast ist ein immergrüner Strauch lichter Laubwälder, der auch in Gärten gepflanzt wird. Rinde, Blätter und die schwarzen Beeren enthalten scharf reizende Diterpenester wie der verwandte Seidelbast.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Diterpenester |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | Daphnetoxin, Mezerein |
| WIRKTYP | Reizstoff | aktiviert die Proteinkinase C |
| Giftige Teile | alle, besonders Rinde und Samen |
|---|---|
| Blüte | Februar bis April |
| Fruchtreife | Juni bis August |
| Standort | lichte Laub- und Mischwälder auf Kalk; Gärten und Parks |
Botanisches Profil
Immergrüner Strauch, 50 bis 150 Zentimeter hoch, wenig verzweigt. Die Blätter sind lanzettlich, ledrig, glänzend dunkelgrün und stehen an den Triebspitzen gehäuft. Unter den Blattschöpfen sitzen im Spätwinter gelbgrüne, röhrige Blüten in kleinen Trauben. Daraus entstehen eiförmige Steinfrüchte, erst grün, reif blauschwarz.
| Merkmal | Lorbeer-Seidelbast | Seidelbast |
|---|---|---|
| Laub | immergrün, ledrig | sommergrün |
| Blüten | gelbgrün, unter den Blättern | rosa, vor dem Laub am kahlen Zweig |
| Früchte | blauschwarz | leuchtend rot |

Fotos: Benjamin Varbelow
Wozu die Pflanze das Gift hat
Der Lorbeer-Seidelbast blüht schon im Spätwinter mit unscheinbaren, grünlichen, abends duftenden Blüten, die Nachtfalter anlocken. Die schwarzen Beeren werden von Vögeln gefressen, die die Samen verbreiten.
Vom Molekül zum Symptom
Die Diterpenester wie Mezerein ahmen einen körpereigenen Botenstoff nach und aktivieren die Proteinkinase C. Das löst heftige Entzündungsreaktionen an Haut und Schleimhaut aus. Wie beim Seidelbast ist der scharfe Geschmack ein Warnsignal, das die aufgenommene Menge oft begrenzt. Mehr zu Diterpenestern →
Klinisches Bild
- Nach Hautkontakt mit Rinde oder Saft
- Rötung, Blasen
- Nach dem Zerkauen von Beeren
- starkes Brennen in Mund und Rachen, Schwellungen
- Erbrechen, blutiger Durchfall
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
- Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.
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