Aktuelles Event Giftpflanzen im Herbstjeden Sa + So, 11 Uhr, bis 29.11.Platz sichern →

← Lexikon

★★★★☆  Grad 4 · stark giftigSeidelbastgewächse · Thymelaeaceae

Lorbeer-Seidelbast

Daphne laureola L.

Der Lorbeer-Seidelbast ist ein immergrüner Strauch lichter Laubwälder, der auch in Gärten gepflanzt wird. Rinde, Blätter und die schwarzen Beeren enthalten scharf reizende Diterpenester wie der verwandte Seidelbast.

Lorbeer-SeidelbastLorbeer-Seidelbast
Immergrüner Strauch mit langen, kahlen Ästen; die glänzenden, ledrigen Blätter stehen rosettenartig gehäuft an den Triebspitzen, darunter Efeu als Bodendecker. Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum.

Toxikologisches Profil

STOFFKLASSEDiterpenester
HAUPTTOXINDaphnetoxin, Mezerein
WIRKTYPReizstoff | aktiviert die Proteinkinase C
Giftige Teilealle, besonders Rinde und Samen
BlüteFebruar bis April
FruchtreifeJuni bis August
Standortlichte Laub- und Mischwälder auf Kalk; Gärten und Parks

Botanisches Profil

Immergrüner Strauch, 50 bis 150 Zentimeter hoch, wenig verzweigt. Die Blätter sind lanzettlich, ledrig, glänzend dunkelgrün und stehen an den Triebspitzen gehäuft. Unter den Blattschöpfen sitzen im Spätwinter gelbgrüne, röhrige Blüten in kleinen Trauben. Daraus entstehen eiförmige Steinfrüchte, erst grün, reif blauschwarz.

MerkmalLorbeer-SeidelbastSeidelbast
Laubimmergrün, ledrigsommergrün
Blütengelbgrün, unter den Blätternrosa, vor dem Laub am kahlen Zweig
Früchteblauschwarzleuchtend rot

Fotos: Benjamin Varbelow

Wozu die Pflanze das Gift hat

Der Lorbeer-Seidelbast blüht schon im Spätwinter mit unscheinbaren, grünlichen, abends duftenden Blüten, die Nachtfalter anlocken. Die schwarzen Beeren werden von Vögeln gefressen, die die Samen verbreiten.

Vom Molekül zum Symptom

Die Diterpenester wie Mezerein ahmen einen körpereigenen Botenstoff nach und aktivieren die Proteinkinase C. Das löst heftige Entzündungsreaktionen an Haut und Schleimhaut aus. Wie beim Seidelbast ist der scharfe Geschmack ein Warnsignal, das die aufgenommene Menge oft begrenzt. Mehr zu Diterpenestern →

Klinisches Bild

  • Nach Hautkontakt mit Rinde oder Saft
    • Rötung, Blasen
  • Nach dem Zerkauen von Beeren
    • starkes Brennen in Mund und Rachen, Schwellungen
    • Erbrechen, blutiger Durchfall

Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.

Quellen

  1. Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  2. Rothmaler W (Begr.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Atlasband. 14. Auflage, Springer Spektrum 2025.