Italienischer Aronstab
Seine weiß geaderten, pfeilförmigen Blätter treiben schon im Herbst aus. Zur selben Zeit stehen leuchtend rote Beerenkolben am Boden, auffällig genug für Kinderhände.

Toxikologisches Profil
| STOFFKLASSE | Oxalate (unlösliche Kristallnadeln) |
|---|---|
| HAUPTTOXIN | Calciumoxalat-Raphiden |
| WIRKTYP | Gewebsreizung | Kristallnadeln verletzen die Schleimhaut, Reizstoffe dringen ein |
| Giftige Teile | alle, besonders Beeren und Knolle |
|---|---|
| Blüte | April bis Mai |
| Fruchtreife | Juli bis Oktober |
| Herkunft | Mittelmeerraum und Westeuropa; bei uns als Zierpflanze, stellenweise verwildert |
Botanisches Profil
Ausdauernde Knollenpflanze. Die pfeil- bis spießförmigen Blätter treiben im Herbst aus und überwintern grün, sie sind auffällig weiß bis cremegelb geadert. Im Frühjahr umhüllt ein blassgrünes Hochblatt einen gelblichen Kolben. Bis zum Sommer zieht das Laub ein, übrig bleibt ein Stiel mit dicht gedrängten, erst grünen, dann scharlachroten Beeren.
| Merkmal | Italienischer Aronstab | Gefleckter Aronstab |
|---|---|---|
| Blätter | weiß geadert, treiben im Herbst aus | ohne helle Adern, oft dunkel gefleckt, treiben im Frühjahr aus |
| Kolben | gelblich | meist purpurbraun |
| Vorkommen | Gärten, stellenweise verwildert | heimisch in Laubwäldern |


Fotos: Benjamin Varbelow
Wozu die Pflanze das Gift hat
Die Kristallnadeln schützen Knolle und Blätter vor Fraß. Die Beeren reifen dagegen leuchtend rot und gut sichtbar für Vögel, die die Samen verbreiten. Schon die Blüte ist eine Falle: Der Kolben erwärmt sich, verströmt einen fauligen Geruch und lockt so kleine Fliegen an, die ihn bestäuben.
Vom Molekül zum Symptom
In spezialisierten Zellen, den Idioblasten, liegen Bündel nadelförmiger Calciumoxalat-Kristalle, die Raphiden. Wird das Gewebe zerkaut, schießen die Nadeln heraus und stechen in die Schleimhaut. Durch die winzigen Verletzungen dringen weitere Reizstoffe der Pflanze ein. Die Folge sind ein sofortiger, brennender Schmerz und eine Schwellung.
Weil der Schmerz sofort einsetzt, bleibt es meist bei einer Kostprobe, das schützt vor größeren Mengen. Gefährlich wird es vor allem, wenn eine starke Schwellung im Rachen die Atemwege einengt.
Klinisches Bild
- Sofort
- Brennen und Stechen in Mund und Rachen
- Schwellung von Lippen, Zunge und Schleimhaut
- Speichelfluss, Schluckbeschwerden
- Danach
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
- Haut und Auge
- Pflanzensaft reizt die Haut, im Auge schmerzhafte Bindehautreizung
Im Vergiftungsverdacht nicht abwarten, auch ohne Beschwerden: Giftnotruf Bonn 0228 19240, in Notfällen 112. Pflanze oder Fotos davon mitnehmen.
Quellen
- Franceschi VR, Nakata PA: Calcium oxalate in plants: formation and function. Annual Review of Plant Biology 2005; 56: 41–71.
- Frohne D, Pfänder HJ: Giftpflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
- Wendt S, Lübbert C, Begemann K, Prasa D, Franke H: Vergiftungen durch Pflanzen. Deutsches Ärzteblatt International 2022; 119: 317–24.
Kurzfassung eines Profils aus meinem Buch Heimische Giftpflanzen. Im Buch: Notfall-Tabelle in Phasen, Therapie, weitere Fallberichte und alle Arten der Gattung. Mengenangaben und Zubereitungen stehen hier bewusst nicht.
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Blauviolette Sternblüten über ledrigem Laub, ein beliebter Bodendecker. Seine Alkaloide wirken auf die Blutgefäße.

Kreuzblättrige Wolfsmilch
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